Rodolphe Deville     7. – 22. April 2018

Rodolphe Deville – keine Stilvorgaben ausser der absoluten Freiheit

 Der Zumiker Grafiker, Werber und Maler Rodolphe Deville stellt eine Auswahl seiner Kunstwerke in der Galerie Vogtei in Herrliberg aus

 Sehen Sie auch Bilder vor sich, wenn Sie ein Buch lesen? Die meisten Leser kennen dieses Phänomen, die wenigsten jedoch halten diese Bilder fassbar fest. Ganz anders bei Rodolphe Deville. Als Werbegrafiker ist er gewohnt und trainiert, mit Text und Bild zu arbeiten. Und auch ausserhalb des Berufs fasziniert ihn diese Paarung. Der Sprachklang weckt Assoziationen und generiert Bilder. So entstand z.B. aus der Quelle von über 3’000 Seiten des französischen Schriftstellers Marcel Proust eine Werkgruppe von Bildern; eine sehr persönliche Übersetzung der literarischen Sprache Prousts in die malerische und bildliche Sprache Devilles. Eine repräsentative Auswahl davon ist in der Ausstellung zu sehen.

Daneben ist in einer Serie von schwarz-weiss Zeichnungen mit dem Titel „der letzte Adam“ ein einziger, einsamer Mensch in ein Dutzend Szenen gesetzt. Man spürt auch hier den begabten Zeichner und Grafiker, der seiner Phantasie mit unerwarteten und überraschenden Darstellungen sehr freien Lauf lässt.

Überhaupt ist die Phantasie und die Freiheit der Darstellung ein Hauptmerkmal des Künstlers Rodolphe Deville. Wie bei vielen Malern entwickelte sich sein bildnerisches Schaffen in Phasen, mit Brüchen und ohne logische Kontinuität. Waren ein Thema oder eine Technik erschöpft, folgte etwas Neues, etwas Anderes. Von der Geometrie der Konkreten, über die Abstraktion von Landschaften, bis zur Reduktion auf Schwarz und Weiss, und wieder zurück in die expressionistische Farbigkeit, alles hat bei Deville seine Berechtigung. Die Wahl seiner Themen ist losgelöst vom Zwang der Zeit oder einer Stilrichtung. Er bricht ohne zu zögern mit dem Gestern und dem Trend oder dem Zwang von heute. Sein Werk lebt von der Spontaneität, seinem Ideenreichtum und oft von einem feinen Humor, der schmunzeln lässt.

Aus dem künstlerischen Schaffen mehrerer Jahrzehnte, das bis vor kurzem in der Öffentlichkeit nicht bekannt war, zeigt nun die Galerie Vogtei eine vielfältige, bunte und spannungsvolle Auswahl.

 

 

 

Diese Seite weiterempfehlen: